#1 Die richtige Glasgröße finden von Deja-Q 16.07.2018 18:12

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Hallo liebe Zeiteisenfreunde,

ich restauriere gerade meine (ich nenne sie liebevoll) Moorleiche. Als sie bei mir ankam war es eher ein bemitleidenswerter Zustand. Da tickte nix mehr, Zeiger und Glas fehlten, aber wenigstens war das Zifferblatt ohne größere Beschädigungen. Nach der ersten Demontage wurde mir klar, dass vor mir scheinbar so ein richtiger Experte am Werk war. Nicht dass ich einer wäre, aber was ich da vorfand war schon... nunja... grosses Kino:
Alles, was in der Uhr aneinanderreiben könnte, wurde teils grosszügig mit schmiere o.ä. bedacht. Die Drücker-Klinke lag zwischen den Aufzugstrieb und Zeigerstelltrieb, Zifferblattbolzen total verbogen usw.
Nach dem ersten Saubermachen und Korrigieren des Fehlers tickte sie wieder und lief sogar recht gleichmäßig. Ich hatte mir mal eben einen Papierzeiger gebastelt, um so ungefähr zu sehen, ob und was sich tut.
Sobald der passenden Reiniger (Elma rot Reinigungslösung 1:9) angekommen ist, werde ich der Uhr allerdings noch mal eine komplette Wellnesskur verpassen. Das Gehäuse hat es bereits hinter sich und erstrahlt wieder in schönem 800er Silber (Kleinigkeiten fehlen noch). Allerdings ist wohl schon sehr viel früher das rot der Galonné Umrandung verloren gegangen. Man kann es nur noch erahnen. Schade.

Nun aber zu meiner Frage:
Ich habe mal den Rahmen, bzw. die "Aufnahme" für das Glas ausgemessen, welches wohl nur von oben aufgesetzt wird, und kam auf 41,88 mm.
Sehe ich es richtig, dass ich somit ein 419er Glas benötige, oder muss es größer sein?
Was ist mit der Wölbung und wie stelle ich die max. Höhe fest?

Ich habe mal den Deckel vermessen und kam auf eine Tiefe von ca. 3 mm. Nach meiner Laienvorstellung würde ich also eine max. Wölbung von 2 mm oder so benötigen. Passt das zur Realität?

#2 RE: Die richtige Glasgröße finden von NilsM. 17.07.2018 14:11

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Auch hier nochmal der Hinweis, bei der Uhr fehlt der Glasrand (Lünette). So kann man da kein Glas draufbekommen. Ausserdem sieht es so aus, als sei die Minutenwelle oben weggebrochen = man wird keinen Minutenzeiger mehr aufstecken können.

Grüße

#3 RE: Die richtige Glasgröße finden von Deja-Q 17.07.2018 18:11

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Also, ein winziger Teil der Minutenwelle ist noch da. An der hatte ich den selbstgebastelten Papierzeiger angebracht, der sich auch recht zuverlässig bewegt hat.
KO Kriterium ist aber sicherlich die Sache mit der Lünette. So ein passendes Teil zu besorgend liegt weit über dem Beschaffungspreis der Uhr, also wird sie leider nur ein Bastelstück bleiben.

Aber mal abgesehen davon... waren meine Überlegungen zur Glasgröße und der Wölbungshöhe richtig?

#4 RE: Die richtige Glasgröße finden von NilsM. 17.07.2018 20:10

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Deine Glasberechnung stimmt schon, aber bei einem Kristallglas muß man schon auch die Nummer niedriger und höher dahaben, weil das fast nie so passt, wie man ausgemessen hat :-) Kunststoffglas ist da etwas einfacher ...

#5 RE: Die richtige Glasgröße finden von Deja-Q 17.07.2018 21:58

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Ich habe das Gefühl, dass genau diese Überlegung auch bei meiner Waltham von 1911 eine Rolle gespielt hat. Irgendwie klingt das Glas beim Draufklopfen plastikmäßig und weich.
Es scheint bei leichtem Druck auch nachzugeben. Finde ich eigentlich nicht so prickelnd. Ich bin da eher jemand, der es gerne so originalgetreu wie möglich hat.

Ich glaube, für die olle Moorleiche hätte ich mich aber auch für Kunststoff entschieden, aber daraus wird ja nun nix mehr.

Im Endeffekt ist es also immer ein bischen Gefummel und Ausprobieren, wenn ich dich richtig verstanden habe. Das ist gut zu wissen und ich werde mich dann von solchen Glaslosen Projekten eher fernhalten. Die fehlenden Zeiger machen ja schon ärger genug, wenn man keine neuzeitlichen Nachbauten haben möchte.

Also Danke noch mal!

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